Logo de l'OEP
Logo de l'OEP

Communication et conclusions

Allgemeines Schlusskommuniqué


Zuletzt aktualisiert: 24 Mai 2016

Die 4. Europäische Tagung über Mehrsprachigkeit hat am 18. und 19. Mai in Brüssel im Comité économique et social européen unter dem Hauptthema « Mehrsprachigkeit und Kreativität » stattgefunden.
Was auch immer die Tendenzen zur Uniformisierung der Kommunikation in einer einzigen Sprache sein mögen, die Welt ist vielsprachig, und die Vorteile der Mehrsprachigkeit sind in den kognitiven, zwischenmenschlichen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen unvergleichbar.
Die Tagung stand unter dem Zeichen der Kreativität, nicht nur weil die Kreativität eng mit der Sprache verbunden ist, sondern auch, weil mit Erfindungsgeist auf die zahlreichen Herausforderungen geantwortet werden kann, die die Vielfalt in den politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen Bereichen und im Bildungsbereich stellt.
Es wurden also aus diesem Blickwinkel die sprachlichen Problematiken untersucht, die in den Institutionen und politischen Systemen, dem Bildungsbereich, der Wirtschaft und der Kultur beobachtet werden.
In diesen vier thematischen Bereichen entwickelte die Tagung Schlüsselgedanken, die den europäischen Behörden und den Regierenden der Mitgliedsstaaten, und allgemeiner allen Handelnden der Zivilgesellschaft als Vorschläge unterbreitet werden.
Auf politischer Ebene gibt es keine Demokratie, wenn es unmöglich ist zu den Menschen in ihrer Sprache zu sprechen: hier handelt es sich um eine fundamentale Verantwortung der Regierenden und prioritär der europäischen Institutionen.
Auf kultureller Ebene tötet die Einsprachigkeit die Kulturen und unterdrückt die Individuen, während die Mehrsprachigkeit Quelle der Bereicherung und des Fortschritts ist.
Auf wirtschaftlicher Ebene ist die Mehrsprachigkeit ein Vorratsspeicher für die Produktivität und die langfristige Entwicklung wie auch auf sozialer Ebene, die Mehrsprachigkeit verleiht Bedeutung und fördert den Dialog und das gegenseitige Verständnis.
Im Bildungsbereich ist die Mehrsprachigkeit die Grundlage, um auf lange Sicht den Zusammenhalt des europäischen Aufbaus zu garantieren und um den Bürgern zu gestatten, sich persönlich und zwischenmenschlich zu entfalten.
Diese Gedanken müssen in konkrete Handlungen umgesetzt werden:
Bildungsbereich
1. Bevorzugung der mehrsprachigen und interkulturellen Bildung zur Stärkung der Fähigkeit zum lebenslangen Erlernen von Sprachen
2. Belebung des Modells 1+2 (zwei Sprachen zusätzlich zur Unterrichtssprache), das 2002 vom europäischen Rat in Barcelona zur Hebung des Sprachenniveaus der Europäer angenommen wurde
3. Anwendung des Modells 1+2 von der Vorschule bis zur Universität
4. Vielfalt des Sprachenunterrichts, indem in der Grundschule mit dem Unterricht einer anderen Fremdsprache als englisch angefangen wird oder mit der Förderung von zwei Fremsprachen schon in der Grundschule
5. Ablehnung einer schwer kontraproduktiven zügellosen Anglisierung des Hochschulunterrichts, Entwicklung der Mehrsprachigkeit in der Universität und in der Forschung, denn nur sie kann die Entwicklung der Vielfalt der Kulturen, die Achtung des Unterschieds und die Demokratie garantieren
6. Verbot der Ersetzung der Landessprache durch das Englische im Hochschulunterricht, in der Forschung und den wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Wenn andere Sprachen verwendet werden, muss das in einem mehrsprachigen Rahmen geschehen, der die Hegemonie einer einzigen Sprache ausschließt
7. Einflussnahme auf die wissenschaftlichen Einrichtungen, um die Mehrsprachigkeit als Strategie zu etablieren
Politik
8. Bessere Darlegung der negativen Auswirkungen der Einsprachigkeit (und der Vorteile der Mehrsprachigkeit) auf der politischen und sozialen Ebene
9. Vervielfältigung des effektiven Sprachengebrauchs in der Europäischen Kommission und in allen europäischen Institutionen und ihren Ämtern
10. Anwendung der integralen Mehrsprachigkeit in der Webplattform europa.eu (Webauftritte der europäischen Institutionen), und ihr Ausbau zu einem echten Werkzeug der Kommunikation mit den Bürgern
11. Ermunterung zur Zusammenarbeit zwischen den europäischen Sprachräumen zur Ausarbeitung von Verteidigungs- und Förderungsstrategien der sprachlichen Vielfalt auf internationaler Ebene
12. Definition der Sprachenpolitiken in Europa unter dem doppelten Gesichtspunkt des Rechts auf die Sprache des Aufnahmelandes und der Erlernung der Sprachen der Migranten
13. Entwicklung einer sektoriellen Förderungspolitik der Medien zur mehrsprachigen technologischen Innovation im Internet
Kultur
14. Schaffung eines Preises für nichteuropäische Autoren (Schriftsteller, Wissenschaftler oder Übersetzer), die einen entscheidenden Beitrag zur europäischen Kultur geleistet haben
15. Öffnung für die europäischen Verlage eines Fonds zur spezifischen Subvention von Übersetzungen (innerhalb europäischer Sprachen oder in eine europäische Sprache)
16. Förderung der Veröffentlichungen von zweisprachigen Übersetzungen, denn sie achten die Mehrsprachigkeit und unterstützen das Erlernen der Sprachen
Wirtschaft und Gesellschaft
17. Stärkung des Gedankens, dass die Sprachen ein zentraler Effizienzfaktor im internationalen Management sind
18. Ausdehnung der sprachlichen, kulturellen und manageriellen Dimension auf alle Studiengänge des Managements
19. Einwirkung auf die Akkreditierungs- und Zertifikationsorganismen (CEFDG, CTI) zur Anerkennung in den Referenzlisten der sprachlichen, kulturellen und manageriellen Dimension
20. Verteidigung einer mehrsprachigen Sicht in allen Ausbildungsgängen zum Management, auch bei der Ingenieursausbildung.

Kommuniqué zum Argumentationsthema « Bildung »
Kommuniqué zum Argumentationsthema « Politik »
Kommuniqué zum Argumentationsthema « Kultur »
Kommuniqué zum Argumentationsthema « Wirtschaft und Gesellschaft »

Download

Allgemeines Schlusskommuniqué
Voll Kommuniqué

 Die 4. Europäische Tagung über Mehrsprachigkeit findet 2016 in Brüssel statt