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CFP: SPRACHE = IDENTITÄT = KULTUR. Zur Beziehung von Sprache, Identität und Kultur unter besonderer Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit, Cluj-Napoca/Klausenburg/Kolozsvár (29.02.2020)


Zuletzt aktualisiert: 25 Feb 2020

„Ich denke, also bin ich.“ Auf welcher Sprache denke ich und was bin ich dann?

Das Einsprachigkeitsideal trifft weder auf die meisten Staaten noch auf die meisten Menschen dieser Welt zu. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist mehrsprachig. Dass Einsprachigkeit also die Ausnahme darstellt, scheint aus unserer mitteleuropäischen Sichtweise überraschend.

In Cluj-Napoca/Klausenburg/Kolozsvár hört man auf den Straßen vor allem Rumänisch und Ungarisch, aber auch Deutsch und Romanes gehören kulturell zu der Stadt. Die Sprachenvielfalt hat nicht nur Auswirkungen auf die Identität der Bevölkerung, die teilweise mit mehreren Erstsprachen leben, sondern auch auf die Identität der Stadt und der Region Siebenbürgens. So fragt das Theaterstück 99,6%, wem die Stadt gehört? Den Rumän_innen oder den Ungar_innen? Wer war zuerst da und wer ist „nur Gast“?

Sprache kann als Mittel der Ausgrenzung genutzt werden und die Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen verhindern. Die Kreuzberger Schauspielerin und Kabarettistin Idil Baydar alias Jilet Ayşe fragt: „Wann ist Integration erreicht?“ Wie wirkt sich wiederum die Annahme einer neuen Sprache auf die Muttersprache aus? Welche Folgen hat ein Verlust von Sprachkompetenz in der Muttersprache für die jeweilige Person? Ist das Ablegen der Mehrsprachigkeit ein Kriterium für Integration? An diese Debatte knüpft die Frage nach der Korrelation zwischen Heimat und Sprache an, die im derzeitigen Migrations- und Geflüchtetendiskurs hochaktuell ist.

Wechselt die Identität einer Person durch den Gebrauch einer anderen Sprache? In welcher Beziehung steht die Mehrkulturalität zu der Identität eines Individuums? Wir laden dazu ein, die Wechselbeziehungen zwischen Sprache, Identität und Kultur aus interdisziplinärer Sicht zu diskutieren. Schnittstellen zwischen Literaturwissenschaft, Linguistik, Kulturwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie, Philosophie und anderen Geisteswissenschaften bieten sich an.

ORGANISATORISCHES

Die Tagung findet am 14. und 15. Mai 2020 in der Österreich Bibliothek Bernhard Stillfried statt: Strada Horea 7, 400 174 Cluj-Napoca/Klausenburg/Kolozsvár, Rumänien. Die Teilnehmenden sind zu einem Vortrag von etwa 20 Minuten eingeladen, anschließend ist Zeit zur Diskussion vorgesehen.
Bei Interesse besteht eventuell die Möglichkeit, angenommene Beiträge in lektorierter Form im 10. Band der Österreichisch-Siebenbürgischen Kulturbeiträge (herausgegeben von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Gräf und Kerstin Katzlberger) zu veröffentlichen. Unter Umständen können Pauschalen zu Reise- und Übernachtungskosten ausgezahlt werden.

Wer an einer Teilnahme interessiert ist, sende bitte bis zum 29. Februar 2020 ein Abstract vom Umfang maximal einer Seite sowie einen kurzen Lebenslauf an die Organisatorinnen Franziska Schwantuschke, Kerstin Katzlberger und Rik Kießling, unter der Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.