Gedächtnis der Literatur-Erinnerungskultur in den südosteuropäischen Literaturen nach 1989. Rumänien


Zuletzt aktualisiert: 12 Aug 2009

Symposium

Gedächtnis der Literatur - Erinnerungskultur in den südosteuropäischen Literaturen nach 1989. Rumänien im Blickfeld

Memoria literaturii - Cultura memoriei în literaturile sud-est-europene după 1989 - Invitaţie

 

 

 

 

 

Hauptveranstalter: Romanisches Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg unterstützt durch das Rumänische Kulturinstitut Bukarest (ICR) und das Institut für Rumänische Sprache (ILR)

Wissenschaftliche Leitung und Organisation: Prof. Dr. Edgar Radtke, Dr. Romaniţa Constantinescu, Dr. Edda Binder-Iijima

Mitveranstalter: Deutsch-Amerikanisches Institut Heidelberg (DAI), Istituto Italiano per gli Studi Filosofici, Scuola di Heidelberg, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen

Mit Unterstützung von: Forschungs- und Exzellenzzentrum „Paul Celan“ des Instituts für Germanistik der Universität Bukarest Stiftung ADS (Dr. h.c. Dieter Schlesak), A.I.Cuza Verein, Heidelberg, u.a.

22.Oktober 2009, 19:00 feierliche Eröffnung mit Klavierrezital (Sorin Petrescu, Solist der Banater Philarmonie, Temeswar), Forum 37, Hauptstr.37, Heidelberg 

23.-24. Oktober 2009, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Romanisches Seminar, Bibliothek Viktor Hugo, Seminarstraße 3

Lesungen im Deutsch-Amerikanischen Instituts, Sofienstraße 12

Mit einem breit gefächerten Angebot an kollektiven und subjektiven Erinnerungsbildern feierte man nach 1989 in den südosteuropäischen Literaturen das Recht auf freies Schreiben. So groß bis dahin das Leiden am Schweigen und Verschweigen, an der Chiffrierung der Aussagen oder am Schreiben aus der Weite des Exils war, so stark äußerte sich ab dem Zäsurjahr 1989 die Notwendigkeit zum Mitteilen, hatte man doch die beiden Diktaturen des letzten Jahrhunderts zu bewältigen, Geschichts- und Identitätsbilder zu korrigieren, die Unbehaustheit im gesellschaftlichen Experiment langer Jahrzehnte, wie auch die lange Chronik der Repression zu dokumentieren. 

Zwanzig Jahre sind seit 1989 vergangen, ein Anlass für Bilanz und Diskussion dieses Grenzen überschreitenden Phänomens. Formen der Erinnerung in der Literatur, Selektionsmechanismen ‚sensibler’ Vergangenheitsbilder, die Analyse des Abdrucks kollektiver Wahrnehmung auf der Ebene des subjektiven Erlebens, Identitätsangebote und Identitätsverschiebungen in den verschiedenen Regionen und Literaturen Südosteuropas werden zu den Schwerpunkten der Untersuchungen gehören. 

Der Überblick über die nach dem Zäsurjahr 1989 erschienenen Texte impliziert auch den Vergleich mit der davor entstandenen Literatur, die auf verschiedenen (Um)wegen der ‚inneren Emigration’ schreiten musste, wodurch literarische Zeugnisse in extremer, kryptischer Verkleidung oder in einer noch von der Kritik her systemverträglichen Form entstanden sind. Ebenso ist die Berücksichtigung der in der Emigration entstandenen Literatur aufschlussreich, die von der Diaspora-Erfahrung  geprägt wurde, so dass durch all diese Gegenüberstellungen sprachliche Verformungen, Glanzleistungen, inhaltliche Einschränkungen oder Tabubrüche feststellbar werden. 

Die Tagung richtet sich an eine wissenschaftlich interessierte Öffentlichkeit und an ein literarisch interessiertes Publikum, das diese Literaturen aus Ostmittel- und Südosteuropa im hautnahen Dialog mit der Vergangenheit, mit der Erblast zweier Diktaturen erleben möchte. Gelegenheit dazu geben nicht nur die Vorträge, sondern auch die Lesungen der eingeladenen hochrangigen Schriftsteller: Ana Blandiana, Mircea Cartarescu, Carmen Francisca Banciu, Johann Lippet, Dieter Schlesak, Géza Szőcs, Eginald Schlattner, Richard Wagner u.a. 

Ein Tagungsband wird im Pop Verlag (Ludwigsburg) erscheinen. 

Teilnahmegebühr: 15 Euro (Sparkasse Heidelberg, Bankleitzahl 672 500 20,

Kontonummer: 1001 421 863, Symposium HD 09) 

Die Anmeldung der Beitragenden sollte bis zum 15. September 2009 erfolgen. Die Arbeit, die im Rahmen des Symposiums vorgestellt wird, muss vollständig bis zu dem angegebenen Anmeldungsdatum eingereicht werden. Die Sprachen des Symposiums sind Rumänisch und Deutsch. Die Beiträge, die auf Rumänisch vorgetragen werden, sollen von einer vollständigen deutschen Übersetzung begleitet werden. 

Kontaktadresse: Universität Heidelberg, Romanisches Seminar, Seminarstr. 3, 69117 Heidelberg, e-mail : Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Einladung