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CfP: Sprachideologische Diskurse und Mehrsprachigkeit / Linguistic ideology discourse and multilingualism - Fristverlängerung!


Zuletzt aktualisiert: 4 Aug 2016

Workshop im Rahmen der 42. Österreichischen Linguistiktagung 2016

Graz, Österreich, 18-19 November 2016

Fristverlängerung für abstracts NEU bis 07.08.2016

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Karl-Franzens-Universität Graz, Sprachwissenschaftliches Institut

Der Gedanke M. Foucaults (71995), Sprache verbalisiere nicht nur soziale Konflikte und Machtsysteme, sondern sei häufig selbst Objekt menschlicher Konflikte, lässt sich in den Prozessen der Konstruktion von Sprachideologien gut erkennen. In Anlehnung an Woolard (2012) verstehen wir darunter sprecherseitige Konzeptualisierungen von Sprachvarietäten bzw. sprachlichen Merkmalen, die sich in alltäglichen sprachlichen Praktiken, sprecherseitigen Einstellungen zu diesen Sprachvarietäten und in der Folge auch zu den Sprachträgern niederschlagen.

Konventionelle Ideologien der sprachlichen und kulturellen Homogenität und/oder politische und wirtschaftliche Gegebenheiten der kolonialen Regime wirken sich noch immer auf sprachliches Handeln und sprachliche Verhältnisse in verschiedensten, durch einen intensiven Sprachkontakt und Migration geprägten Regionen der Erde aus. Allerdings spiegeln sprachideologische Diskurse in diversen franko-, anglo-, hispano- und lusophonen sowie in slawisch- und deutschsprachigen Gebieten beachtliche Widersprüche zwischen der sprachökologischen Mikro- und Makroebene wider, die aus der Modifikation bzw. dem Abbau von traditionellen Wissenssystemen und sprachbezogenen Norm- und Wertvorstellungen resultieren (vgl. Freeland 2006, Patzelt 2015, Schneider 2016). So sieht sich die kulturelle und sprachliche Polyphonie, mit welcher die meist mehrsprachigen Sprecher in ihrem Alltag erfolgreich umgehen, häufig mit aus der kolonialen Zeit ererbten soziokulturellen Ungleichheiten, dem Ideal der Homogenität einer Nation/eines Staates und darüber hinaus mit „sprachlichem Imperialismus“ als Herausforderung der globalisierten Kommunikation konfrontiert. Unterschiede zwischen offiziellen und alltäglichen Sprachideologien scheinen besonders deutlich in Kontexten aufzutreten, in denen Sprachkontaktphänomene wie z.B. code-switching die Grenzen zwischen Sprechergemeinschaften zu verwischen scheinen.

Angesichts seltener kontrastiv-vergleichender Studien zu dieser Thematik beschäftigt sich dieser Workshop mit dem „Wie“ und „Wo“ des Aushandelns von Mehrsprachigkeit in unterschiedlichen multilingualen Gemeinschaften, in institutionellen, medialen und sozialen Sphären und Formaten der Interaktion. Eine der zentralen in diesem Zusammenhang zu erörternden Fragestellungen ist, ob und inwieweit sich offizielle Ideologien und Ideologien individueller Sprecher entsprechen oder widersprechen und sich damit als „Machtdifferenzen“ äußern. Besonders zu berücksichtigen ist hierbei die Rolle konkreter sprachökologischer Settings, geltender kommunikativer Praktiken und beteiligter „ideology brokers“ (Blommaert 1999).

Willkommen sind Abstracts für 20-minütige Vorträge (+ 10 Min. Diskussion) zur Theorie und Praxis sprachideologischer Diskurse in modernen mehrsprachigen und migrationsgeprägten Gemeinschaften, u.a. zu folgenden Aspekten:

- Sprecherbezogene Einstellungen zu Phänomenen des Sprachkontakts wie code switching, code mixing, language crossing, gemischte Sprachen, Kreolsprachen, Lernervarietäten, etc.
- Sprachideologien im öffentlichen (medialen) Diskurs und ihre Auswirkungen auf individuelles sprachliches Handeln in der alltäglichen Interaktion
- Lokale Sprachideologien unter den Bedingungen von Migration und Diaspora
- Instrumentalisierung von Sprache als Mittel ethnischer, sozialer und kultureller Abgrenzung
- Semiotische Prozesse, mit deren Hilfe Konzepte und Repräsentationen von „Sprache“ erzeugt, bewertet und verbreitet werden.

Bitte schicken Sie Ihre Abstracts (max. 500 Wörter) bis 31.07.2016 an folgende E-Mail-Adressen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!